Handzahnbürste oder elektrische Zahnbürste?

Handzahnbürste oder elektrische Zahnbürste?

Handzahnbürste oder elektrische Zahnbürste? – Welche ist die richtige für mich?

Ob Handzahnbürste oder elektrische Zahnbürste – Gleich zu Beginn ist generell zu sagen: Womit geputzt wird, ist weniger entscheidend, denn die beste Zahnbürste ist die, die man regelmäßig morgens und abends benutzt. Und zudem putzt jede Zahnbürste nur da und so gründlich wo sie auch richtig hingeführt wird. Die Technik ist also entscheidend.

Handzahnbürsten:

Etwa 60% Prozent der Deutschen putzen ihre Zähne herkömmlich von Hand. Aus Gewohnheit, weil der Preis deutlich niedriger ist, sich die Zähne subjektiv glatter anfühlen oder viele die Vibrationen einer elektrischen Zahnbürste als störend empfinden. Laut Studien steht eine Handzahnbürste den elektrischen und akkubetriebenen Modellen nicht nach, eine sorgfältige und richtig angewendete Putztechnik vorausgesetzt. Und da liegt der Hund aber leider sehr häufig begraben.

Wichtig ist beim Kauf darauf zu achten, dass die Borsten am Ende abgerundet und nicht zu hart sind um das Zahnfleisch nicht zu schädigen. Naturborsten sind zu scharfkantig. Lieber sollte man in diesem Fall zu Synthetik greifen da hierbei zudem die Bakterienanlagerung deutlich geringer ist.  Unterschiedlich lange, x-förmig angestellte oder konisch zulaufende Borstenbüschel dringen tiefer in den Zwischenraum ein und gleichen eine unkorrekte Stellung der Bürste am Zahn etwas aus.

Eine Zahnbürste sollte nach spätestens 3 Monaten ausgetauscht werden. Ausgefranste, umgebogene Borsten können einfach nicht mehr ausreichend gründlich reinigen.

Das Putzen mit der Hand birgt in der Realität leider häufig dieselben Fehler: es wird einfach deutlich zu kurz, zu ungenau und zu fest geputzt. Über die Jahre schleifen sich falsche Techniken und unökonomische Putzabläufe ein. Die Erfahrung zeigt, dass meistens die Zähne aufeinandergebissen und in kreisenden Bewegungen die Außenflächen geschrubbt werden. So erreicht man die hinteren Zähne kaum und hat gar keine Kontrolle welche Flächen eigentlich wirklich erreicht werden. Die Innenflächen, vor allem unter der Zunge, werden häufig ausgelassen oder zumindest nicht ausreichend beachtet.

Eine erste Erleichterung kann ein Timer oder eine Sanduhr sein, damit man zumindest die zeitliche Kontrolle hat und die empfohlenen 2-3 Minuten auch einhält. Denn Studien zeigen, dass Selbstkontrolle nicht funktioniert. Gefühlte 3 Min sind in Wirklichkeit nur 46 Sekunden.

Kontrollieren Sie den empfohlenen Druck doch mal über ihre Küchenwaage. 200 Gramm sollten bei gesunden Zähnen nicht überschritten werden, wer frei liegende Zahnhälse hat, drückt nur mit 100 bis 150 Gramm. Tipp: Wird die Bürste nicht in der Faust, sondern nur mit drei Fingern wie ein Bleistift gehalten, stimmt der Druck automatisch.

Wichtig ist, sich ein System zu überlegen und sich zweimal am Tag wirklich ein paar Minuten für die Zahnpflege zu nehmen um sich in dieser Zeit auch wirklich nur darauf zu konzentrieren. Nicht herumlaufen, duschen oder andere Dinge erledigen. Nach dem Putzen mit geschlossenen Zahnreihen, sollte man sich den hinteren Zähnen gesondert widmen und auch die letzten Zähne auf der Rückseite mit einbeziehen. Danach konzentriert alle Innenflächen putzen und dabei die Zahnbüste ruhig aus verschiedenen Richtungen über die Zähne gleiten lassen. Tendenziell ist dabei darauf zu achten von rot nach weiß zu reinigen, also vom Zahnfleisch in Richtung Kaufläche. So soll verhindert werden, dass Speisereste oder Plaque ins Zahnfleisch geschoben werden. Zum Schluss sind noch die Kauflächen dran.

Die elektrische Zahnbürste:

Wer jetzt denkt er könne sich einfach eine elektrische Zahnbürste zulegen die dann die ganze Arbeit alleine macht und sich erhofft z.B. morgens während dem Putzen noch 3 Minuten weiterschlafen zu können, der irrt. Denn auch eine elektrische Büste kommt nur dahin, wo sie der Anwender hinführt. Natürlich verzeiht sie schon den einen oder anderen Anwendungsfehler mehr und erleichtert die Reinigung deshalb sehr gut.

Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Systeme bei elektrischen Zahnbürsten. Zum einen die rotierend-oszillierend arbeitenden Modelle mit rundem Kopf, welche die Beläge mit 8000-9000 Links-Rechts-Drehungen wegwischen. Zum anderen gibt es die Schall- oder Ultraschallzahnbürsten, welche mit einem eher länglichen Kopf ausgestattet sind und mit etwa 30.000- 40.000 (Schall) bzw. sogar 1,6-2,4 Millionen (Ultraschall) Schwingungen pro Minute dem Zahnbelag zu Leibe rücken sollen.

Der runde Kopf der rotierend-oszillierenden Zahnbürste wird um jeden Zahn einzeln herumgeführt, sodass die Borsten auch den Zwischenraum erreichen können. Auch hier ist es gut, systematisch vorzugehen um keine Flächen zu vergessen. Die bei hochwertigen Modellen eingebaute Anpresskontrolle warnt vor zu hohem Druck und ein Timer gibt eine gute Orientierung wie lange man mindestens putzen sollte. Diese Modelle entfernen mit der richtigen Technik laut der Cochrane-Studie von 2011 deutlich mehr Plaque als Handzahnbürsten sind in der Anwendung einfach und die kleinen Bürstenköpfe gelangen praktisch in  jede Ecke. Sie massieren das Zahnfleisch und  reduzieren somit erfolgreich mehr Zahnfleischentzündungen.

Die Schallzahnbürsten sind eigentlich am Bedienerfreundlichsten. Der eher längliche Bürstenkopf wird im 45° Winkel mit den Borsten zum Zahnfleisch zeigend an die Zähne gehalten und mit kleinen Vorwärts und Rückwärtsbewegungen über die Zähne geführt. Die schnellen Schwingungen sollen dabei hydrodynamische Strömungsaktivitäten erzeugen, die zum Aufreißen und Entfernen des Biofilms führen.